Sonntag, 26. Juli 2015

Hufrehe: Wir beachten viel zu wenig das Wesentliche, nämlich die HUFE!




Dass die Fütterung, der Stoffwechsel, Erkrankungen wie EMS oder Cushing, Medikamentengabe wie auch Vergiftungen (sowohl innere durch eine Überschwemmung mit Endotoxinen wie aber auch Medikamentenvergiftungen oder die Aufnahme von Giftpflanzen) ursächlich für eine Hufrehe sein können, ist in aller Munde. 

Was jedoch viel zu wenig beachtet wird, ist die lokale Hufbearbeitung, diese tritt immer mehr in den Hintergrund und wird diskret übersehen, obwohl gerade dieser zu allererst Aufmerksamkeit zu schenken ist. Bevor wir EMS oder Übergewicht verantwortlich machen, MUSS der Blick erst einmal auf die Füße fallen und schauen, wie die Hufstellung ist und ob diese verantwortlich bzw. mit verantwortlich für die Hufrehe ist! Dieser Blick entfällt in der Regel und das ist gelinde gesagt DAS Drama für unsere Pferde!

Es ist nicht damit getan, zu gipsen, Trachten hoch, Trachten runter, Höherstellen, Tieferstellen, Silikon, Platten, Fräsen, Keile usw. einzubauen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, eine korrekte Hufstellung muss generell beachtet werden und sollte eine Selbstverständlichkeit sein! 

Der Huf an sich muss langfristig korrigiert werden und nicht durch weitere Experimente und Manipulationen in die nächste Fehlstellung gebracht werden! Liest man die Geschichten von Pferden mit Hufrehe und die nachfolgenden „Experimente am Huf“, so kann man nur erahnen, welche Qual unsere Pferde durchmachen, wenn unter Sedierung und Schmerzmitteln immer wieder neue Manipulationen am Huf stattfinden, weil die Situation sich durch die vorher stattgefundenen  Manipulationen oftmals immer mehr verschlechtert und somit dem neuen Experiment „Tür und Tor“ geöffnet wird! 

Maßnahmen am Huf müssen fast immer bei Hufrehe erfolgen, nicht, weil eine akute Hufrehe besteht, sondern, weil die Hufstellung in den meisten Fällen eben nicht optimal ist!
Die Kunst ist es, die richtigen Maßnahmen zu treffen, nämlich die, die das Pferd auf natürliche Weise in eine optimale Stellung bringen!
 

Hufbeinrotation, Hufbeinsenkung und Hufbeindurchbruch = Todesurteil? 
Nein: Wer dies heute immer noch behauptet, der ignoriert die Beweise! Inzwischen gibt es tausende rehabilitierte Fälle.
Wie kann das sein? Der Schuldige ist nicht der Knochen, also der Fuß, der Schuldige ist der Schuh (also die Hornkapsel) und den Schuh kann man, dadurch dass der Huf ja ständig wächst, neu und besser nachwachsen lassen. Wir Menschen können in den Schuhladen gehen und einen anderen Schuh kaufen, dies kann ein Pferd nicht. Neben der Fütterung beeinflusst in erster Linie die Hufbearbeitung, wie der neue Huf wächst. Indem man mit der Hufbearbeitung ignoriert, was der Huf braucht, um gesund zu werden und nur versucht, den kaputten Schuh für das menschliche Auge "schön" zu machen, verhindert man, dass der innere Huf heilen und der äußere Huf wieder für den inneren Huf passend nachwachsen kann!

Hufrehe: Der innere Huf ist krank!
Ob durch unpassende Fütterung, Vergiftung, Medikamente, Stoffwechselentgleisung oder durch falsche Hufkorrektur bzw. unkorrekten Hufbeschlag verursacht: Eines haben alle Hufrehefälle gemeinsam: Der innere Huf ist krank!

Der Huf, den wir sehen ist nur ein Schuh, ein Schutz für den inneren Huf, dies ignorieren die meisten menschlichen Theorien. Dadurch kann der innere Huf selten das tun, was ER SELBST tun muss, nämlich heilen! Eine Bearbeitung kann immer nur der Schwimmlehrer sein, die Fütterung mit meinen Kräutern sind die passenden Schwimmflügel, doch schwimmen muss der Huf alleine! Angebliche Experten machen es sich zu einfach, wenn mit einem Blick auf ein dickes Pferd gleich EMS diagnostiziert wird und der Blick für das Wesentliche, nämlich der Blick auf die Hufbearbeitung, also die äußere Hufkapsel, ignoriert wird. Es ist leicht, generell den Stoffwechsel und die Fülle eines Pferdes verantwortlich zu machen, der Blick muss jedoch tiefer gehen und eine ganzheitliche Sichtweise wahrnehmen, zu der generell auch die Hornkapsel und die bisherige Hufbearbeitung gehört!

Hufrehe Todesursache Nr. 2: Drehen wir uns trotz immer neuer Studien im Kreis?

Aus der Pferdefütterung wird seit Jahren immer mehr eine Wissenschaft gemacht, dennoch steigen die Hufrehe Erkrankungen stetig! Schon der Name Hufrehe sollte den Blick AUCH auf die Hufe richten, sprich auf die Hufbearbeitung, denn auch eine 100 % Problem bezogene Pferdefütterung kann langfristig keine erneuten Schübe verhindern, wenn die Bearbeitung verhindert, dass der Huf sich wieder gesund läuft! Fast immer ist es möglich, mit Rehe-Ex und Hufelexier die Pferde im akuten Hufreheschub „wieder zum Laufen zu bringen“, langfristig müssen jedoch zwingend auch die Gesetze der Natur bei der Hufbearbeitung beachtet werden. Dies beweisen jeden Tag die Fälle, die nach der Hufbearbeitung einen "neuen Reheschub" erleiden und dies sind viel zu viele...
Viele unterschiedliche Hufbearbeitungstheorien:

Viele Menschen der an Hufrehe erkrankten Pferde sind völlig verzweifelt, da ihnen jeder Bearbeiter etwas anderes erzählt. Dies allein sollte zeigen, dass wir ein großes Problem haben, was die Hufbearbeitung betrifft, ein und derselbe Huf kann kaum auf 20 verschiedene Weisen bearbeitet werden müssen. Es gibt nur einen Experten, wenn es um Hufe geht und das ist die Natur! Diesen Experten ignorieren die meisten menschlichen Theorien. In der Natur wird ein Huf beim Laufen (ca. 30 km am Tag) vom Boden bearbeitet, nicht mehr und nicht weniger. Ein Huf zeigt an, was weg muss und was nicht weg darf, da es im Moment gebraucht wird, damit gibt es dann auch keine Diskussionen, ob die Trachten hoch oder runter müssen!

http://www.tierheilkundezentrum.eu/pferde/krankheiten/hufrehe/