Freitag, 27. Februar 2015

Sunshine besiegt die Hufrehe



Hallo Frau Nehls, ich möchte Ihnen heute einmal von unserem Stall und ganz besonders von meiner besten Freundin Sunshine erzählen. Ich selber heiße Greatest Curtis und wir wohnen in einem kleinen Quarter Horse Zuchtstall. Ich bin ein 7-jähriger Hengst und sozusagen der Herr im Haus…Sie wissen, was ich meine… Sunshine ist eine der Damen, die für unseren Nachwuchs sorgen und naja, eben mein Lieblingsmädchen. 
Wir alle sind sehr sportlich und werden jeden Tag mindestens einmal trainiert. Dann lernen wir diese ganzen Übungen, die wir dann auf den Turnieren zeigen. Also ich selber bin ja ein ausgebildetes Cow-Horse, wissen Sie, was das ist? Ich erkläre es Ihnen in einem Satz: Ich bin schlauer als die Kühe und ihnen immer einen halben Schritt voraus. Das hört sich schwer an und sieht auch immer sehr spektakulär aus, aber ist babyeinfach. Ist uns nämlich angeboren und wurde durch die Züchtung immer wieder verbessert, nennt man Cow-Sense. Mein Opa war ein richtig bekannter Champion in Kanada und auch mein Dad hat dort viele Pokale gewonnen. Der war cool – kam irgendwann sogar mit einem Flugzeug hierher nach Deutschland. Fliegen würde ich auch mal gerne, aber da muss ich aber noch ein bisschen üben, damit ich vielleicht irgendwann einmal den kanadischen Kühen zeigen kann, was ich in Deutschland alles gelernt habe. Deshalb übe ich auch jeden Tag, genau wie Sunshine. Die ist auch 7 Jahre alt, hat schon ein kleines süßes Fohlen in die Welt gesetzt, natürlich bin ich der stolze Papa, und macht jetzt erst einmal Babypause, also genau andersherum meine ich – Pause von dem kleinen Racker. Dafür übt sie jetzt wieder fleißig jeden Tag mit mir zusammen die Arbeit mit den Kühen. Dabei sind wir echt ein gutes Team. Wenn einem von uns mal einer entwischt, hat das der Andere meist schon einen kleinen Tack früher geahnt und holt ihn zurück. Macht Megaspaß mit meiner Sunshine. Und unser kleines Fohlenmädchen schaut uns von der Weide immer ganz interessiert zu. Das wird bestimmt auch mal eine Gute, die Gene von uns hat sie ja und vielleicht kann sie einmal nach Kanada in das Land ihrer Urgroßeltern fliegen.
Vor ein paar Wochen braute sich dann plötzlich großes Unheil über uns zusammen. Sunshine war beim Training irgendwie nicht ganz bei der Sache und wirkte müde. Petra, die Frau vom Chef, beendete ihr Training dann auch früher und brachte Sunshine zurück in den Stall. Ich arbeitete noch eine ganze Weile alleine mit Michael, dem Chef des Ganzen hier. Als er mich zurück in den Stall brachte, kam ich an Sunshine vorbei und sah, dass sie mit gesenktem Kopf in ihrer Box stand. Gar nicht draußen in ihrem Paddock. Komisch. Als ich am nächsten Tag zum Training fertiggemacht wurde und in die Halle ging, war Sunshine noch nicht da, obwohl sie mit Petra immer eher da ist. Wieder komisch. Als wir anfingen, schaute ich immer wieder zur Tür, ob sie denn kommen, aber dieses Training absolvierten Michael und ich alleine. Als ich dann zurück in den Stall gebracht wurde um noch meine wohlverdiente Dusche zu genießen, wusste ich auf einmal, warum Sunshine beim Training fehlte. Der Tierarzt war da, was zwar nichts Ungewöhnliches ist, da er hin und wieder zum Impfen kommt und sowieso ein guter Freund von Petra und Michael ist, aber heute war es anders. Er stand nämlich bei Sunshine in der Box und hatte einen Gesichtsausdruck, den ich so noch nicht bei ihm gesehen hatte. Ich erschrak. Ich blieb stehen und schaute zu Sunshine herüber. Als sie mich bemerkte, schaute sie mich mit traurigen Augen an und ich spürte förmlich, dass sie starke Schmerzen hatte. Das Wort Hufrehe hörte ich dann irgendwann im Gespräch zwischen Petra, Michael und dem Tierarzt und dachte nur, dass sie bestimmt nicht Sunshine damit meinen. Ich hatte mal irgendwo auf einem Turnier von Hufrehe gehört und dass meistens die kleinen dicken und faulen Ponys daran erkranken, die den ganzen Tag auf fetten Wiesen stehen und sich ihre Bäuche noch runder fressen. Es konnte also gar nicht sein, dass die durchtrainierte Sunshine so eine „Ponykrankheit“ bekam. Leider täuschte ich mich gewaltig, denn die Hufrehe hatte sie voll erwischt! Sunshine stand in ihrer Box und konnte kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen. Es muss höllisch wehgetan haben, denn sie bekam ein starkes Schmerzmittel und noch andere Medikamente. Fressen wollte sie auch nicht und ich machte mir große Sorgen. Der Tierarzt kam nun jeden Tag, auch der Schmied kam und versuchte, Sunshine zu helfen. Die nächste Zeit war furchtbar denn es war ein Auf und Ab. Es gab Tage, da konnte Sunshine ein paar Schritte in ihrem Paddock gehen, dann wieder stand sie nur in der Box und starrte die Wand an. Der schlimmste Tag für mich war, als Petra den Tierarzt fragte, wie er die Situation einschätzen würde. Er sagte, dass aus seiner Sicht alles Mögliche getan wurde und er nichts weiter für Sunshine machen könne. Man könne nur noch warten und auf ein Wunder hoffen. Frau Nehls, das war ganz schlimm für mich. Auch wenn ich bei uns auf dem Hof als Raubein gelte und nicht zimperlich bin, meine Sunshine, meinen Sonnenschein, so leiden zu sehen machte mich so traurig, dass ich keine Lust mehr auf mein Training und auch keinen Hunger mehr hatte.
Ich weiß nicht, wie die nächsten Tage für die Menschen waren und was sie unternahmen, um Sunshine zu retten, ich dämmerte irgendwie auch nur vor mich hin. Und dann glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Es war an einem eiskalten und sonnigen Vormittag im Januar und ich kam mit Michael von einem kleinen Ausflug ins Gelände. Das machen wir manchmal als Ausgleich zum Training und ich liebe diese lockeren Spazierritte aber es fehlte mir meine Sunshine unendlich. Von weitem wunderte ich mich schon, dass jemand in Sunshines Außenpaddock stand. Ich wurde unruhig, das konnte unmöglich Sunshine sein, sie stand doch die letzten Tage nur noch drin. War sie womöglich…? Ich konnte diesen Gedanken nicht ertragen und fing an zu steigen. Ich wollte so schnell wie möglich zum Hof. Michael ließ mich nicht schneller gehen und so dauerten die letzten Meter bis zum Hof eine gefühlte Ewigkeit. Und wer stand dort im Paddock mit hocherhobenem Kopf und begrüßte mich mit einem leisen brummeln?
Es war Sunshine! Ich blieb abrupt stehen und konnte es nicht glauben. Es war wirklich Sunshine. Ganz vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen und kam bis an den Zaun. Ich konnte nicht anders und musste erstmal einen kleinen Bocksprung machen. Fast wäre Michael noch von meinem Rücken gefallen…Mein Gott wie ich mich freute!!! Das war wohl dieses Wunder von dem der Tierarzt gesprochen hatte. Von Tag zu Tag ging es Sunshine nun besser und irgendwann machten wir den ersten kleinen Ausflug zusammen ins Gelände.
Da hat sie mir dann auch alles erzählt. Sie bekommt seit dem Tag, an dem der Tierarzt sie aufgegeben hatte, jeden Tag Kräuter für Pferde in die Krippe. Eine besondere Mischung, die speziell gegen Hufrehe entwickelt wurde. Statt Schmerzmitteln bekam sie seitdem homöopathische Mittel. Und auch ihr Speiseplan sieht anders aus als der vom Rest des Stalles. Nehls Pferdefutter Rehe bekommt sie nun zum Heu dazu. Der Hafer wurde ihr gestrichen, das findet sie nicht so toll, aber sie ist einfach nur froh, dass es so gut aufwärts geht mit ihr. Und ich erst…!!! Gestern haben wir das erste Mal seit Ausbruch der Hufrehe wieder vorsichtig zusammen in der Halle trainiert. Petra wollte Sunshine nicht überfordern aber die war schon wieder so ehrgeizig, dass sie kaum zu bremsen war. So kenne ich sie, meine Sunshine! Ich bin überglücklich und habe mich noch nie so sehr auf den Frühling gefreut wie dieses Jahr. Und wer weiß, vielleicht darf Sunshine ja bald wieder Mama werden.
Einen wunderschönen Tag wünscht Ihnen Curtis the Great!

Montag, 9. Februar 2015

Horsewellness Cobs - sehr lecker auch bei Hufrehe





Hallo zusammen, wusstet ihr schon das Neueste? Endlich gibt es auch für uns Hufrehe-geplagte Pferde mal ein bisschen Abwechslung auf dem Speiseplan. Heu, Heu und nochmals Heu...! Vielleicht geht es Euch ja so wie mir, aber selbst bei noch so leckerem und duftendem Heu ist eine kleine Abwechslung immer willkommen! Klar müssen wir aufpassen, dass wir gerade in der akuten Phase nichts fressen, was uns wieder zurück werfen könnte aber Frau Nehls hat da jetzt wieder was erfunden…hmmm…lecker sag ich Euch!
Erst seit Kurzem gibt es Nehls Horsewellness Cobs und ich finde, allein schon der Name macht Appetit! Diese Horsewellness Cobs sind zu Cobs pelletiertes gentechnikfreies Wiesengras. Also ein hochwertiges Getreide freies Pferdefutter mit viel Beta-Carotin und moderatem Proteingehalt. Deshalb dürfen das sogar wir Rehe-Pferde fressen! Also, ich habe sie gleich probieren dürfen und meinem Frauchen vor Freude einmal übers ganze Gesicht geschleckt. Haha – da hat sie geguckt! Fand sie wohl ein bisschen eklig, ich fand‘s lustig!!!
Das tolle daran ist, dass man Nehls Horsewellness Cobs sogar aufweichen kann, also prima für die zahnlosen Omas und Opas im Stall. Oder für diejenigen, die die Kräuter für Pferde nicht so gerne mögen. Die Kräuter können einfach unter die eingeweichten Horsewellness Cobs gemischt werden und man hat dann eine ganz neue Geschmackskreation. Es gibt sie in zwei unterschiedlichen Größen und die etwas größeren kann man sehr gut als Leckerchen für zwischendurch nehmen. Denn so ein Leben ohne ein Leckerchen ist ja doch recht trostlos, oder? Hat mein Frauchen zum Glück ganz schnell kapiert…

Dienstag, 3. Februar 2015

Über die Hufrehe zu einem aufgeräumten Stall



Hallo Frau Nehls, wissen Sie eigentlich, dass Sie die Pferdefütterung im ganzen Stall bei uns auf den Kopf gestellt haben? Ist echt lustig. Wenn man bei uns zur Stalltür reinkommt, stehen auf jedem Tisch oder Schrank vor den Boxen die Tütchen und Fläschchen von Ihnen. Nicht zu vergessen die großen Säcke mit dem Pferdefutter für uns. Das war früher ganz anders, so wie wahrscheinlich in 99,9 % aller Ställe. Jeder bekommt von seinem Herrchen oder Frauchen etwas anderes. Manche von uns Vierbeinern bekommen jeden Tag ganz viele verschiedene Futterzusätze, Vitaminpräparate oder irgendwelche Pülverchen. Andere wiederum gar nichts. Alles kunterbunt und wenn jemand etwas Neues auf dem riesengroßen Markt entdeckt hat, wollen die anderen das auch probieren. Oder lästern hinterm Rücken über die Stallkollegen. Ja, Mensch und Pferd – da geben sich beide überhaupt nichts!

Diese Einigkeit bei uns im Stall herrscht seit einem knappen Jahr. Damals erkrankten drei von uns der Reihe nach an Hufrehe, dann folgten andere Krankheiten die bei uns die Runde machten. Es war wirklich wie verhext! Ich war der erste und aus diesem Grund sozusagen der Testkandidat…! Ich bin ein 15-jähriger Wallach und hatte mir eines Tages diese verflixte Hufrehe eingefangen! Es ging gar nichts mehr bei mir und unseren Fahrkurs an dem ich mit Frauchen und einem Stallkollegen teilnahm, konnte ich nicht zu Ende bringen. Das war aber „peanuts“ im Vergleich zur Schwere meiner Hufrehe-Erkrankung, bei der ich auf einer Skala von 1 (weniger schlimm) bis 10 (ganz doll schlimm) mindestens 10,5 Punkte erreicht hatte. Jetzt kann ich darüber zwar locker plaudern aber ich hätte das Ganze beinahe nicht überlebt. Ist für viele Pferde ja auch heute noch ein Todesurteil, da braucht man nichts beschönigen!
Ich habe das Glück, dass meinem Frauchen Ihre Kräuter nicht fremd sind, hatte sie doch schon ab und an etwas bei Ihnen bestellt. Mehr aus Neugier und um mir etwas Gutes zu tun. Nun ging es aber um Leben und Tod und da war absolute Eile geboten und für „Experimente“ keine Zeit. Frauchen ließ sich kurz telefonisch beraten, sie war übrigens sehr begeistert von Ihren netten und hilfsbereiten Mitarbeiten, dann bestellte sie für mich die Empfehlungen. Und tatsächlich schlugen diese Kräuter sehr gut bei mir an, auch wenn es ein paar Wochen dauerte, bis ich wieder ganz gesund war. Frauchen mischte sie in das spezielle Pferdefutter, was übrigens sehr schmackhaft ist. Als dann ein Stallkumpel ebenfalls an Hufrehe erkrankte, überlegte sein Frauchen nicht lange und bestellte ebenfalls Ihre Kräuter für Pferde. Allerdings die flüssigen, weil er etwas mäkelig ist. Auch er wurde gesund.
Die junge Stute vom anderen Ende des Stalles überlebte ihre Hufrehe jedoch nicht. Wir konnten es alle nicht fassen aber ihr Besitzer wollte sich nicht auf die Kraft der Kräuter verlassen und behandelte sie ganz anders. Es war ganz traurig und wir sind alle noch immer sehr wütend. Ich bin mir sicher, dass auch sie die Hufrehe überlebt hätte. Etwas später hörte ich, dass ihm die Therapie von Frau Nehls zu teuer gewesen wäre. Jetzt hat er kein Pferd mehr!
Als einer von uns Probleme mit den Atemwegen bekam, waren Sie auch in diesem Fall die erste Adresse. So zog es sich dann durch bis der ganze Stall „Nehls-infiziert“ war. Natürliches Pferdefutter und für jeden die passenden Kräuter für Pferde, mehr nicht. Es sieht auch viel aufgeräumter und übersichtlicher im Stall aus. Nicht mehr hunderte von Tütchen, Dosen und Flaschen oder buntes Zeug, was überall herumfliegt. Wie sagt Frauchen immer: „Unser Stall setzt jetzt auf Qualität statt auf Quantität!“ Keine Ahnung, was das bedeutet, aber das Wichtigste ist doch, dass es uns Pferden gut geht!
Beste Grüße und ein riesengroßes DANKE von uns allen!

Donnerstag, 29. Januar 2015

Hufrehe bei werdender Mama




Mein Name ist Suleika und ich bin eine 12-jährige Hannoveranerstute. Ich wohne mit vielen anderen Pferden in einem großen Stall, bei gutem Wetter dürfen wir tagsüber, in kleine Gruppen aufgeteilt, auf die Weide. Ich kann ziemlich gut springen, das macht mir auch richtig Spaß und mein Herrchen und ich nehmen regelmäßig an Turnieren teil. Manchmal bin ich sogar so gut, dass wir eine bunte Schleife mit nach Hause nehmen dürfen. Dann ist Herrchen besonders stolz auf mich und ich bekomme eine Extraportion Müsli mit Hafer, Brot und Äpfeln in meine Krippe.
Damit ich so gut springen kann und Herrchen nicht aus der Übung kommt, üben wir regelmäßig auf unserem Reitplatz oder in der Halle. Am Wochenende kommt dann manchmal die Frau vom Herrchen und wir machen einen gemütlichen Ritt durch die Felder und Wälder in der Umgebung.
Vor zwei Jahren passierte dann etwas ganz Spannendes! Herrchen hatte plötzlich nicht mehr so viel Zeit für mich, weil er für seinen Chef viel unterwegs war. Jetzt kümmerte sich die Frau von meinem Herrchen um mich. Wir bummelten öfters durchs Gelände und ab und an machten wir bei einer Reitstunde mit. Das war immer lustig wenn wir Springen übten. Da habe ich dann auf Frauchen aufpassen müssen, dass sie nicht von meinem Rücken fiel. Aus Gewohnheit habe ich nämlich Riesensätze über die kleinen Hindernisse gemacht. Wollte mich doch nicht blamieren vor den anderen und manchmal kann man ja auch einfach mal zeigen, was man kann!
Eines Tages im Spätsommer wurde ich dann in meinen Pferdeanhänger verladen und ich wurde auf einen anderen Hof gebracht. Und wisst ihr was….da waren ganz viele hübsche Jungs! Also ich meine so richtige Jungs. Und Herrchen und Frauchen hatten tatsächlich den Schnuckeligsten für mich ausgesucht. So begann eine neue Zeit für mich, denn ich sollte Mama werden. Aber das dauerte ja noch eine ganze Weile. Den restlichen Sommer und Herbst ritt Frauchen mich weiter und irgendwann merkte ich, dass mein Bauch etwas rundlicher wurde. Alle freuten sich und strahlten mich an, wenn sie sahen, dass mein Bauchumfang wieder etwas größer geworden war. Was mich selber aber am Meisten freute war, dass meine Futterkrippe seit Beginn meiner Schwangerschaft immer besonders gut gefüllt war. Riesengroße Portionen Müsli, Hafer und Brot warteten auf mich, naja, ich sollte wohl für zwei fressen. Was ich natürlich auch tat. 

Und dann wurde ich krank. Ich bekam Hufrehe. Es fing mitten in der Nacht an, ich hatte starke Schmerzen in meinen Vorderfüßen und das Stehen fiel mir schwer. Ich legte mich deshalb vorsichtig hin, was mit meinem runden Bauch gar nicht mehr so einfach war. Zum Glück ließen die Schmerzen etwas nach. Als wir morgens unser Frühstück bekamen, versuchte ich aufzustehen um an meine Krippe zu kommen, aber die Schmerzen waren beim Stehen besonders stark. Also ließ ich mein Frühstück ausfallen und legte mich wieder hin. Naja…und dann ging‘s erst richtig los. Die Futterfrau aus unserem Stall hatte Herrchen und Frauchen angerufen, die kamen dann ganz schnell und brachten gleich den Tierarzt mit. Das beruhigte mich etwas, denn der hatte mir bisher immer geholfen wenn mir mal was wehtat. Jetzt war aber alles anders. Wegen meinem Baby im Bauch durfte ich keine Medikamente bekommen! Herrchen und Frauchen waren verzweifelt und wussten gar nicht, was sie tun sollten. Irgendein Pülverchen ließ der Tierarzt dann aber doch da, das half aber nichts. Frauchen packte dann meine Beine und Füße ganz dick ein, das linderte meine Schmerzen etwas. Der Schmied kam und machte irgendwas an meinen Hufen. Er wechselte meine Eisen und ich bekam einen speziellen Rehe Beschlag. Das linderte die Schmerzen etwas aber richtig gehen konnte ich trotzdem nicht. Am liebsten wollte ich einfach nur liegen. Alle hatten große Angst um mich und mein Baby und wuselten dauernd um mich rum. Wenn ich lag, bekam ich meine Futterportionen in einem Eimer direkt vor die Nase gestellt aber so richtig freute ich mich da gar nicht drauf. Wenn doch nur die Schmerzen etwas nachlassen würden! 
Nach ungefähr zwei Wochen änderte sich plötzlich wieder alles. Meine Krippe blieb leer! Ich traute meinen Augen kaum als unsere Futterfrau an meiner Box vorbeiging ohne meine Krippe zu befüllen. Sie sah mich nur mitleidig an und sagte: „Tut mir leid Suleika, Anordnung von oben!“ Ich rätselte, was das wohl zu bedeuten hatte… Also knabberte ich etwas an meiner Heuportion, die etwas größer war als sonst.
Wieder ein paar Tage später kam Frauchen ganz aufgeregt in den Stall und hatte ein großes Paket dabei. Sie rief unsere Futterfrau zu sich und holte nach für nach Tüten und Flaschen aus dem Paket: Nehls Ergänzungen und dann noch einen großen Sack Nehls Pferdefutter Rehe. Sie erklärte der Futterfrau zu jedem Einzelnen Tütchen und Fläschchen ganz genau, wieviel sie mir davon zu fressen geben sollte. Aha – Futter für mich! Aber ganz anders als das was ich bisher kannte. Seit diesem Tag weiß ich, dass unser Futter einen ganz entscheiden Einfluss darauf hat, ob wir Hufrehe bekommen oder nicht. Und darauf, ob wir geheilt werden. Ich wurde geheilt, so viel möchte ich schon verraten.
Ich fraß also das, was nun zweimal täglich in meiner Krippe war, brav auf und schleckte auch die kleinen weißen Globuli weg. Meine Schmerzen wurden nach ein paar Tagen weniger. Ich war einfach nur froh und mir war egal, warum das auf einmal besser wurde aber Herrchen und Frauchen waren total aus dem Häuschen! Immer wieder guckten andere Pferdebesitzer bei mir vorbei und sahen mich manchmal an als ob ich ein Weltwunder wäre. Auch der Tierarzt und der Schmied kamen und guckten als ich nach drei Wochen putzmunter ein paar flotte Schritte über den Hof trabte. Und das sogar mit richtig dickem Bauch!
Dann schauten alle immer ganz neugierig in die Tüten und rochen an den Fläschchen. Was für ein Schauspiel! Frauchen bestellte immer neuen Nachschub für mich. Auf alle Fälle sind die Kräuter jeden Tag in meiner Krippe obwohl ich schon längst wieder gesund bin. Auch habe ich mich mittlerweile an die kleinen Portionen gewöhnt, so viel wie früher könnte ich gar nicht mehr fressen.
Im Mai kam dann meine kleine Tochter zur Welt, ging ganz problemlos und sie ist die süßeste kleine Hannoveranerin der Welt – jede Wette! Wenn ich mit ihr und den anderen Muttis und Fohlen auf der Weide spiele, merkt niemand, dass ich vor nicht allzu langer Zeit so schwer krank war! Die Kleine fängt sogar schon an, abends an meinen Kräutern zu knabbern. Die scheinen ihr zu schmecken und auf der Weide findet man sowas Gutes ja nicht. 

Viele Grüße senden Suleika und die kleine Helena.