Dienstag, 13. Januar 2015

Trakehner Wallach Magnus hält ein Stallseminar zum Thema Hufrehe



Liebe Freunde, zuerst vielen Dank für die Einladung in euren wunderschönen Stall. Schön, dass ihr alle so zahlreich zu unserem heutigen Informationsnachmittag erschienen seid. Es geht ja schließlich auch um ein sehr wichtiges Thema. 
http://www.tierheilkundezentrum.de/pferdekrankheiten/hufrehe/hufrehe-hilfe/
Ich möchte mich kurz vorstellen, mein Name ist Magnus und ich bin ein 15-jähriger Trakehner Wallach mit viel Erfahrung sowohl auf Turnierplätzen als auch als geduldiger Lehrer für kleine und große reitbegeisterte Menschen. Ich denke, dass jeder von euch entweder direkt oder indirekt vom Hören-Sagen mit dem heutigen Thema „Hufrehe-Erkrankungen bei Pferden“ schon Kontakt hatte. Ich möchte auf der einen Seite warnen, denn Hufrehe kann jeden von uns treffen und auf der anderen Seite aber auch Mut machen, denn Hufrehe bedeutet nicht immer ein Todesurteil oder sagen wir besser, meist glücklicherweise nicht das Todesurteil für uns! Es gibt die Chance auf vollständige Heilung, allerdings findet man diesen Weg meistens etwas abseits von gängigen Behandlungen. Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich selber letztes Jahr nur knapp dem Tod von der Schippe gesprungen bin.
Verabschiedet euch bitte von dem Gedanken, dass es nur die kleineren und dickeren Freunde unter uns trifft. Schaut mich an – ich habe ein Stockmaß von 1,79 Meter, ihr könnt meine Rippen fast sehen, ich bin sportlich – und trotzdem! Natürlich ist das Risiko um ein vielfaches größer, wenn ihr nur träge und mit dicken Bäuchen auf der fetten Weide steht aber das ist eben nur die halbe Wahrheit. Und natürlich ist der „Klassiker“ von der geplünderten Hafertonne noch immer in unseren Köpfen drinnen. Wie oft stand mein Boxennachbar Linus ängstlich in der Stallgasse wenn er nachts so großen Hunger bekam, dass er mit Leichtigkeit seine Boxentüre öffnete und eben diese Tonne das Objekt seiner Begierde war. Das schlechte Gewissen bei ihm wurde von Mal zu Mal größer, je öfter er von dieser Krankheit hörte. Aber lassen konnte er es einfach nicht – zu groß war die Verlockung für ihn. Erst als unsere Stallgenossin Sunshine ihre Hufrehe nicht überlebte, die vermutlich dadurch ausgelöst wurde, dass sie einmal mit Linus gemeinsam nachts der Hafertonne „einen Besuch abstattete“, da verschwand die Tonne in einem abgeschlossenen Raum, den selbst Linus nicht aufbekam.
Wie ihr euch vorstellen könnt, war das Entsetzen bei uns im Stall groß. Es war auch nicht so, dass Sunshine nicht behandelt wurde. Im Gegenteil – der Tierarzt und Schmied gaben sich fast täglich die Klinke in die Hand. Und obwohl es ihr zwischendurch immer mal wieder etwas besser ging, was meiner Vermutung nach an den vielen Medikamenten lag, so gab es für Sunshine leider keine Rettung und sie wurde von ihren Schmerzen erlöst.
Trotz der vielen verschiedenen Formen der Hufrehe und die zahlreichen möglichen Auslöser, gibt es bis jetzt nicht allzu viele Behandlungsmöglichkeiten. Jeder von uns ist einmalig und hat einen ganz individuellen Körper, Geist und Seele. Deshalb sollten auch die Therapien ganz individuell auf jeden einzelnen abgestimmt werden. Meiner Meinung nach wird heutzutage leider noch viel zu häufig nach „Schema F“ therapiert. Als ich an Hufrehe erkrankte, hatte ich dieses Glück und kam in den Genuss einer ganz individuell auf mich zugeschnittenen Therapie. Diese war auch anders als die klassische Behandlung und auf drei Säulen aufgebaut:
·        Kräuter für Pferde
·        Homöopathie für Pferde
·        Pferdefütterung
Die „Wundermittel“, die mir so gut und so schnell und auf absolut natürliche Weise beim Gesundwerden geholfen haben, sind eigentlich gar keine Wundermittel, wenn man sie näher betrachtet. Es sind beispielsweise einfach nur getrocknete Kräutermischung, die es auch in flüssiger Form gibt. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei und niemand kann sagen „mag ich nicht“….
Die homöopathische Therapie ist einfacher als wie es sich zuerst anhören mag. Zweimal am Tag ein paar kleine weiße Kügelchen auf der Zunge zergehen lassen, das war’s. Schmecken nach nichts, man muss eher aufpassen, dass man sie nicht übersieht oder sie einem aus dem Maul fallen ohne dass man es merkt, so klein sind die.
Die Pferdefütterung ist da eher schon der größere“ Brocken“. Nicht, dass es kompliziert wäre, nein, im Gegenteil. Es ist eher so, dass manche Menschen sich nicht gerne von alten Gewohnheiten trennen, sich nicht zum Gespött der Stallkollegen machen wollen, wenn sie plötzlich den Hafer verteufeln oder es schlicht und ergreifend nicht glauben können, dass gutes Heu, ein natürliches Krippenfutter wie beispielsweise Nehls Pferdefutter Rehe oder die Sorten ohne Getreide wie Nehls Pferdemüsli Getreide frei und die oben erwähnten Kräuter für Pferde ausreichen.
Kein Mineralfutter mehr, keine zusätzlichen Vitamine oder einzelne Spurenelemente, keine wild klingenden fernöstlichen Pülverchen, wo eh keiner weiß, was in den ganzen Döschen und Fläschchen überhaupt drin ist. Alles ganz einfach und natürlich, eben „back to the roots“ wie ich immer gerne sage. Meine Kräuter bekomme ich übrigens immer noch täglich. Schmecken gut, versorgen mich mit allen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und sind der beste Schutz für mich, dass Hufrehe nie wieder auftritt!
Liebe Freunde, das soll für heute reichen. Gerne könnt ihr mir noch Fragen stellen oder euch untereinander austauschen. Ich weiß, dass dies ein Thema ist, wo bestimmt noch viel Diskussionsbedarf besteht, und das nicht nur bei uns Pferden! Wer jetzt gleich los muss, kann hier vorne vorbeikommen und meine schönen starken Hufe bewundern, wie ich es euch bereits angekündigt habe, auch „anfassen“ ist erlaubt...;-) Bis zum nächsten Mal, Euer Magnus

Mittwoch, 7. Januar 2015

Jan aus Holland hat Hufrehe!



Hallo,
ich bin Jan, ein pechschwarzer Friese und möchte Euch erzählen, wie ich meine Hufrehe besiegte. Ich wohne in Holland, direkt an der Nordsee. Mit Frauchen bin ich viel draußen an der frischen Luft unterwegs und mindestens dreimal die Woche üben wir auf dem Dressurplatz, oder in der Halle für Dressurshows. 
http://www.tierheilpraktikerin-shop.de/index.php
Dabei zeige ich mit meinem Kumpel Feddersen, was wir Friesen alles Tolles können. Spanischen Schritt zum Beispiel oder auf Kommando steigen, natürlich so, dass Frauchen nicht runterfällt…hihi. Aber da passen wir schon drauf auf. Sonst erschrecken sich die Zuschauer immer gleich so fürchterlich…ts! Aber manchmal muss man ja auch ein bisschen Spaß machen. Feddersen hat da einen total witzigen Trick drauf. Er spielt manchmal „totes Pferd“. Dann lässt er sich ganz langsam auf die Seite fallen und bleibt regungslos liegen. Damit erschreckt er manchmal sein Frauchen. Er hält dann sogar irgendwie den Atem an, so dass es aussieht, als würde er wirklich nicht mehr atmen. Sie kam dann immer ganz aufgelöst zu ihm gerannt aber mittlerweile hat sie ihn durchschaut und kitzelt ihn einfach am Ohr. Da muss er dann immer den Kopf schütteln, so kitzelig ist er….Ich hab das mit dem „totes Pferd“ spielen auch mal probiert aber bin dafür nicht so geeignet…dauernd musste ich mich irgendwo kratzen und mit dem Bein zucken…
Naja, wir sind also sehr aktiv und trainieren wirklich viel. Im Sommer tingeln wir dann durch die nähere Umgebung und zeigen, was wir können. In Deutschland waren wir sogar auch schon ein paarmal. Letztes Jahr im Spätsommer musste ich dann leider längere Zeit eine Pause machen, weil Frauchen sich ein Bein gebrochen hatte. Erst freute ich mich, als sie sagte „Jan, Du hast jetzt ein paar Wochen Sommerferien“ aber mir wurde ziemlich schnell langweilig. Zwar war ich den ganzen Tag auf der Wiese, aber da passierte ja auch nicht wirklich viel. Am Anfang war das Faulenzen noch schön, aber irgendwann beneidete ich Feddersen, wenn er zum Training abgeholt wurde. Ich stellte mich dann an den Zaun und wieherte ihm stundenlang hinterher. Damit ich wenigstens etwas zu tun hatte lief ich schreiend am Zaun entlang und ärgerte Spaziergänger, indem ich so tat als wollte ich gleich über den Zaun springen…die guckten dann immer ganz erschrocken…hehe! Feddersens Frauchen „erbarmte“ sich dann manchmal und nahm mich mit zum Training oder ließ ihr kleines Töchterchen am Wochenende auf mir reiten. Huih – da musste ich immer aufpassen, dass sie nicht aus dem Sattel fiel, wenn ich meinen spanischen Schritt zeigte. Wenn Spaziergänger unterwegs sind, zeige ich schon mal gerne von selber, was ich alles kann…sieht ja echt irre aus, wenn Feddersen und ich in Aktion sind!
So, jetzt aber genug geplaudert. Wollte doch eigentlich was ganz anderes erzählen. Ich mach’s jetzt kurz. Eines Tages, während meiner „Sommerferien“ verspürte ich plötzlich, wirklich von jetzt auf gleich, einen stechenden Schmerz in meinen Vorderbeinen. Ich hatte keine Ahnung was das ist und legte mich erst einmal hin. Feddersen war weg zum Training, sonst hätte ich den mal gefragt, was das sein könnte. Die Schmerzen hörten aber auch im Liegen nicht wirklich auf. So ein Mist! Vielleicht ein Beinbruch wie Frauchen? Blödsinn! Aber da geht einem schon so einiges durch den Kopf. Ich wartete also auf der Seite liegend auf Feddersen oder Frauchen oder Feddersens Frauchen. Egal, Hauptsache, es kam bald jemand! Gott sei Dank kamen sie auch bald. Zufälligerweise alle drei auf einmal. Und wisst ihr, was mein Frauchen zu Feddersens Frauchen sagte. „Guck mal, jetzt versucht Jan wieder den Trick „totes Pferd“… Man, wenn die wüssten!!! Frauchen rannte deshalb auch nicht gleich los, um nach mir zu schauen, ging ja auch nicht wegen der Krücken, sondern plauderte erstmal mit Feddersens Frauchen – Scheiß Trick dachte ich da nur.
Als ich auch nach einigen Minuten nicht aufstand, kam sie dann doch etwas schneller zu mir angehumpelt. Als sie mich zum Aufstehen bewegen wollte, stöhnte ich nur. Es ging wirklich nicht! Dann rief sie ziemlich panisch Feddersens Frauchen und gestikulierte ganz wild. Und dann rief Frauchen den Tierarzt an. Ich muss jetzt eins dazu sagen. Ich hasse Tierärzte. Deshalb vermeidet Frauchen es so gut wie es eben geht den Tierarzt zu rufen. Aber heute war ich echt froh, dass er kam, denn die Schmerzen wurden immer schlimmer. Ich schaffte es grade so, zu Feddersen und unseren Futtertrögen in den Unterstand zu humpeln, dann musste ich mich wieder hinlegen. Der Tierarzt gab mir sofort eine Spritze, normalerweise traut er sich das gar nicht, denn ich gucke ihn immer mit ganz bösen Augen unter meinem langen schwarzen Schopf an. Aber heute war ich ihm fast dankbar, denn die Schmerzen ließen tatsächlich etwas nach. Dann mixte Frauchen mir noch ein bitteres Pulver in mein Futter und hielt es mir unter die Nase. Ich hatte aber überhaupt keinen Appetit und ließ alles stehen. So ging das mehrere Tage. Der Tierarzt kam regelmäßig, irgendwann kam auch der Schmied und änderte was an meinen Eisen und mir ging es mal so mal so. Frauchens Bein war mittlerweile wieder ok und wir hätten endlich wieder mit dem Training anfangen können und nun ging‘s bei mir nicht…wirklich zu blöd!
Der Tierarzt wusste sich auch irgendwann keinen Rat mehr und verordnete ganz viel Geduld. Aber Frauchen wollte mich nicht länger leiden sehen und fragte überall um Rat. Sogar eine alte Kräuterfrau, die in einem kleinen Häuschen direkt hinterm Deich wohnt. Auf alle Fälle kam Frauchen kurz danach mit einem Körbchen voller frischer Kräuter an. Hmmm, das duftete ja ganz gut, aber essen??? So viel??? Ich zupfte mal hier, mal da und als Frauchen weg war, überließ ich Feddersen den Platz an meiner Krippe. Mir war das definitiv viel Zuviel des Guten! So ging das ein paar Tage, bis Frauchen mich durchschaut hatte. Irgendwann kam sie nämlich noch einmal kurz zu uns zurück und sah deshalb, wie sich Feddersen über meine Kräuter hermachte, die er mit Appetit verschlang. Nicht, dass sie ihm das nicht gönnte, aber schließlich sollte ich ja gesund werden. So ging es also nicht weiter. Ab diesem Tag gab es also keine frischen Kräuter mehr von der „Kräuterhexe“. Stattdessen kam Frauchen ein paar Tage später mit einem neuen Futtereimer an, aus dem es ganz anders als sonst roch. Sie leerte alles in meine Krippe und blieb neben mir stehen. Ich war misstrauisch und durchwühlte mein Futter mit der Nase, irgendwo mussten sie doch versteckt sein – aber es waren keine frischen Kräuter da, nicht mal getrocknete Schnipsel fand ich, obwohl es nach Kräutern duftete. Was war denn das für ein Trick??? Alles andere war wie sonst auch. Ich probierte vorsichtig und es war ok. Ein bisschen Kräutergeschmack lasse ich mir ja gefallen aber davor die Aktion mit dem Riesenhaufen frischen Zeugs ging gar nicht. Ich fraß also brav alles auf und Feddersen guckte schon gierig zu mir herüber aber heute hatte er Pech – meine Krippe war sauber leergefressen! Ich gewöhnte mich an den leichten Kräutergeschmack und fand es nach ein paar Tagen sogar richtig lecker. Ich wartete schon immer ganz ungeduldig auf Frauchen und meinen Futtereimer. Und dann entdeckte ich eines Tages ihr „kleines Geheimnis“. Der Kräuterduft kam aus kleinen braunen Flaschen. Was sich die Menschen doch alles einfallen lassen, um uns zu überlisten…ts ts ts. Manche von diesen Zweibeinern sind echt erfinderisch! Und nun das Beste zum Schluss! Ich bin wieder gesund und ich schwöre bei allem, was ich habe, dass das durch diese flüssigen Kräuter für Pferde so gekommen ist! Anders kann sich das niemand erklären. Selbst der blöde Tierarzt stand letztens staunend vor mir. Am liebsten hätte ich ihn wie sonst auch immer mal, angerempelt. Ich tue dann immer so, als würde ich ihn gar nicht sehen und schubse ihn zur Seite. Aber heute stand ich stolz wie Oskar vor ihm und hätte ihm fast noch ein paar Kunststücke gezeigt, die ich jetzt wieder machen kann, ohne dass es weh tut! Aber ich war an diesem Tag einfach mal ein braver Jan und ließ mich bewundern….;-)
Schöne Grüße aus Holland!!!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Stallsprecherin Hanna berichtet über Hufrehe im Multi-Kulti-Völkchen Stall....



Guten Tag Frau Nehls,

ich möchte Ihnen kurz aus unserem Stall berichten und darüber, dass einige von uns sehr froh sind, dass es Sie gibt.

Ich bin Hanna, eine dunkelbraune Isi-Mix Stute, 19 Jahre alt und so etwas wie die „Stallsprecherin“. Wir sind hier 15 Bewohner, kleine und große, dicke und dünne, vom reinrassigen Vollblüter bis zu mir…ein buntes Multi-Kulti-Völkchen also. Was leider nicht ausschließt, dass auch bei uns die gefürchtete Hufrehe zugeschlagen hat. 
http://www.tierheilkundezentrum.de/shop/Pferde-Ponys-Esel-fuettern/Kraeuter-bei-Hufrehe:::425_310.html
Ich muss hier ganz bewusst „zuschlagen“ sagen, denn einer von uns hat es nicht überlebt… Raffi, unser dickes Shetty hat uns bereits im Sommer für immer verlassen! Alle im Stall hier, egal ob sie Raffi gut leiden konnten oder nicht, waren entsetzt, was diese Krankheit anrichtet und wie machtlos man ihr doch gegenübersteht. Klar, Raffi hatte nicht die gesündeste Lebensweise, stopfte sich mit allem voll, was er zu fressen finden konnte, plünderte regelmäßig die Hafertonne und von Bewegung hielt er auch nicht das Meiste. Aber dass es dann so schnell ging hätte niemand von uns gedacht. Der Tod war für ihn eine Erlösung, so schlimm, wie sich das auch anhört…

Wir trauerten alle um Raffi, doch das Leben geht natürlich weiter und jeder von uns ging wieder seinem normalen Tagesablauf nach. Als einzige Konsequenz daraus ist seit Raffis Tod die Hafertonne mit einem Schloss gesichert.

Und dann schlug die Hufrehe wieder zu! Es traf Josephine, genannt Fine, unsere feine und zarte Reitpony-Stute, die so sehr auf eine gesunde Lebensweise achtet. Sie ist sehr sportlich, wird regelmäßig trainiert und nimmt erfolgreich an vielen Turnieren teil. An ihrer Boxentüre hängen viele bunte Schleifchen, worauf sie schon etwas stolz ist. Sie ist so diszipliniert, dass sie sogar an ihren wenigen freien Tagen Runde für Runde über die Weide joggt und nur hier und dort mal an einem Grashalm zupft. Raffi hatte sie dafür immer ausgelacht….

Fine sollte wie jeden Tag zum Training abgeholt werden, als es passierte. Sie konnte sich keinen Meter aus ihrer Box hinaus bewegen und stöhnte vor Schmerzen. Der ganze Stall hielt den Atem an. Was war da los – wir ahnten nichts Gutes. Kurz darauf bewahrheiteten sich unsere düsteren Vermutungen. Fine hat Hufrehe! Der Tierarzt kam Tag für Tag und tat sein Bestes. Auch der Hufschmied versuchte, Fine zu helfen und richtete ihre Hufe so, dass die Schmerzen nachlassen sollten. Nichts half so richtig und wir machten uns mit dem Gedanken vertraut, auch Fine an diese bösartige Krankheit zu verlieren.

Doch dann besserte sich Fines Zustand. Erst kaum merklich, dann war es für alle ersichtlich. Selbst Henner, unser alter schwerfälliger Kaltblutwallach, der immer etwas auf der Leitung steht, bemerkte eines Tages, dass Fine wieder besser aussah. Und dass wieder der alte Glanz in ihren Augen war…Henner war nämlich mal in Fine verliebt…
Der Tierarzt kam dann irgendwann fast gar nicht mehr zu Fine und sogar ihr Training hat sie schon wieder langsam aufgenommen. Als wir dann wieder mal alle zusammen auf der Weide standen, ist Henner zu Fine, hat seinen ganzen Mut zusammen genommen und sie gefragt, wie sie so schnell gesund geworden ist. „Kräuter für Pferde“, erklärte Fine, hätten ihr so gut geholfen. Statt Müsli bekommt sie auch ein spezielles Pferdefutter Rehe in die Futterkrippe. Das alles sei ihr wunderbar bekommen, sagt sie. Erst etwas gewöhnungsbedürftig aber jetzt möchte sie kein anderes Pferdefutter mehr haben. Und auf ihre Kräuter für Pferde besteht sie nach wie vor täglich. 

Fine sagt, das müsse man selber einmal ausprobieren, es sei ganz irre, wie wohltuend diese Kräuter für Pferde seien. Selbst unserem alten Raffi hätten sie bestimmt geschmeckt und geholfen…

Wir alle freuen uns, dass es Fine wieder so gut geht und Fine sagt, den ersten Sieg in der nächsten Turniersaison widmet Sie Ihnen, liebe Frau Nehls…!

Freitag, 12. Dezember 2014

Max hat Hufrehe...




Hallo, hier sind Max und Moritz, von Hause aus Haflinger und zwei richtig lustige Kerlchen. Wir wohnen im wunderschönen Bayern und fahren die Urlauber mit einer Kutsche durch unsere schöne Landschaft. Die sitzen dann hinten und machen immer Fotos von den Bergen. Manchmal müssen wir auch mittendrin anhalten und dann steigen die aus und machen wieder Fotos. Besonders schlimm sind die, die aus Japan kommen. Die haben immer ne richtige Ausrüstung zum Fotografieren dabei und seit Neuestem so flache Dinger, die aussehen wie kleine Fernseher. Am Ende der Fahrt machen sie meistens noch ein Foto mit uns drauf. Manchmal setzen sie uns dann den Hut vom Hubert auf unsere Ohren und lachen sich tot. Naja….wir machen den Spaß mit und unsere Fotos hängen bestimmt schon in ganz vielen japanischen Wohnzimmern…
Nach der Kutschfahrt bekommen wir vom Hubert, unserem Kutscher, immer eine riesengroße Portion Hafer mit Müsli und altem getrockneten Brot und danach geht’s zum Ausruhen auf unsere saftigen, grünen Wiesen hinterm Hof. Maja, die Tochter vom Hubert, schimpft immer mal mit ihrem Vater, wir seien zu dick und würden bestimmt mal krank von dem vielen Hafer. Zum Glück hörte Hubert nicht auf Maja. Er sagte nur, dass er alle seine Pferde schon immer so gefüttert hat und sein Vater auch und der davor auch. Und dass er doch keine „Hungerhaken“ vor der Kutsche haben möchte, was sollen denn die Urlauber denken…!

Und dann wurde Max plötzlich krank. Er stand eines Tages ganz krumm auf der Wiese und bewegte sich nur noch wie in Zeitlupe. Ich ging zu ihm. Er hatte ganz schreckliche Schmerzen in den Beinen und seine Füße waren heiß. Ich war froh, als es Abend war und Hubert kam, um uns in den Stall zu bringen. Aber das war gar nicht so einfach. Max konnte nämlich gar nicht mehr laufen. Für den kurzen Weg brauchten wir fast eine halbe Stunde. Hubert rief noch auf dem Weg in den Stall den Tierarzt, der auch sofort kam. Alle standen dann um Max herum, der apathisch in seiner Box stand. Hubert war ganz aufgeregt und Maja streichelte die ganze Zeit den armen Max. Der Tierarzt schaute nur kurz und sagte dann: Hufrehe

Dann erklärte er Hubert, dass das für viele Pferde tödlich endet und davor meistens ein langer Leidensweg steht. Man müsse jetzt mal abwarten, sich aber auch schon mit dem Gedanken beschäftigen, Max einschläfern zu lassen. Nicht nur ich war wie vom Donner gerührt! Mein bester Kumpel Max nicht mehr neben mir in der Kutsche? Nicht mehr mit ihm zusammen aufs Foto für die japanischen Wohnzimmer??? Keine Wettrennen mehr über die Weiden, bis der Boden bebt? Und wer soll mir im Sommer die Fliegen aus dem Gesicht wedeln? Ich ließ meinen Kopf hängen und war unendlich traurig...

Max bekam in den nächsten Tagen viele Medikamente und blieb in der Box. Ich zeigte mich solidarisch und wollte auch nicht hinaus. Es wurde nicht besser mit ihm, auch Fressen wollte er kaum, obwohl seine Krippe randvoll gefüllt war. Die Kutsche musste ich nun alleine ziehen, aber das machte überhaupt keinen Spaß ohne Max! Aber alle Medikamente brachten immer nur eine kurzzeitige Besserung, immer kam es zu Rückfällen.

Als es Max auch nach 4 Wochen noch nicht besser ging, hörte ich Hubert irgendwann sagen, dass er sich eine schicke Haflingerstute im Nachbardorf ansehen wolle. Vielleicht wäre sie ein guter Ersatz für Max. Ich erschrak! Ich wollte keinen Ersatz – Max war unersetzbar! Und ein Mädchen…das ging ja mal gar nicht! Immer am rumzicken und regelmäßig schlecht drauf…ach Max, bitte werde wieder gesund!!!

Und dann irgendwann kam Maja, die Tochter vom Hubert, die uns weniger zu fressen geben wollte, weil wir ihr zu dick waren und schnitt Max Mähnenhaare ab. Ich drehte mich schnell weg, nicht dass sie auf die Idee kommt, bei mir auch noch welche abzuschneiden. Sie sagte zu Max, dass sie für ihn eine Haaranalyse für Pferde durchführen lassen will. Dann würde man genau erkennen, warum er so krank geworden ist und die Ursachen behandeln. Sie muss sich genauer informiert haben, denn sie leerte Max seine Krippe, die er wieder nur halb aufgefressen hatte, und erklärte ihrem Vater, dass Max nur noch Heu zu Fressen bekommen dürfe. Und Moritz übrigens auch! Oh Gott! Ich hab‘s irgendwie geahnt…ich war doch gar nicht krank, mir ging es blendend…Aber gut, war ich eben wieder solidarisch meinem Freund gegenüber...

Ein paar Tage später kamen Maja und Hubert zusammen in den Stall und brachten ein geöffnetes Paket mit. Sie holten verschiedene Tütchen und Fläschchen hervor, machten alles auf, rochen dran und stellten alles in den Futterschrank. Maja hatte ein großes weißes Blatt dabei und schrieb etwas darauf. Dabei erklärte sie ihrem Vater, was in jedem einzelnen Tütchen drin war, was in den Fläschchen ist und dass Max das nun jeden Tag alles essen muss. Sie sagte zu ihrem Vater, dass dies die einzig richtige Pferdefütterung bei Hufrehe sei und das Futterkonzept bei Hufrehe von Frau Nehls schon ganz vielen Pferden mit Hufrehe geholfen hat.

So bekam Max nun ab sofort statt Hafer, Müsli und Brot nur noch Heu und spezielle Kräuter für Pferde. Zusätzlich gab es eine flüssige Kräutermischung, die seine Hufe wieder gesund und stark wachsen lassen soll. 

Jeden Tag kamen Maja oder Hubert zweimal und hatten die Hand voller weißer kleiner Kügelchen. Die schoben sie Max einfach unter die Zunge, damit er sie auch ganz bestimmt nicht aus dem Maul verlieren konnte. Denn die Globuli, so heißen diese Dinger, sind wirklich sehr klein…;-).

Wir alle waren gespannt, ob Max diese vielen Kräuter überhaupt fressen würde und ob sie ihm wohl helfen würden??? Anfangs war es echt etwas schwierig, er wollte seine Kräuter partout nicht fressen. Ich glaube aber, das war auch ein bisschen Protest, weil der Hafer und das Brot fehlten. 
Nach ein paar Tagen schien er sich daran zu gewöhnen und mampfte genüsslich vor sich hin. Und ganz langsam ging es ihm tatsächlich besser. Erst machte er nur ein paar Schritte über den Hof (Max durfte nicht auf die Weide wegen dem vielen Eiweiß im Gras), dann ging es immer besser. Hubert teilte uns ein Stückchen Weide ab, wo nicht mehr viel Gras drauf war und mit Max ging es steil bergauf. 

Ich erkannte meinen alten Kumpel kaum noch, so strotzte er vor Energie und Elan.
Langsam war ich ein bisschen neidisch und wollte auch Kräuter für Pferde haben. Da hat Maja wohl meine Gedanken lesen können und bei der nächsten Lieferung war tatsächlich auch für mich etwas dabei. Nehls Hafi-Kräuter und Nehls Bighorse-Kräuter. Die erste Sorte verstehe ich ja, bin schließlich ein waschechter Hafi. Aber die andere Mischung ist für zu pummelige Pferde und soll mir beim Abnehmen helfen… Ich muss schon sagen, Maja ist in dieser Hinsicht wirklich konsequent…

So, jetzt sind ein paar Monate vergangen und die Lage bei uns ist gut, um nicht zu sagen super gut!

Max ist wieder ganz der Alte, unglaublich. Selbst der Tierarzt steht vor einem Rätsel. Allerdings nicht ganz der Alte. Er ist nicht mehr so moppelig…;-) ich übrigens auch nicht. Steht uns wirklich gut und unsere Urlauber ziehen wir jetzt sogar ein bisschen flotter durch die Berge. Die Kräuter für Pferde finden wir mittlerweile total lecker und freuen uns jeden Tag drauf. Japaner, ihr könnt wieder kommen…

Verschneite Grüße aus den Bergen senden Max und Moritz

PS: den Hafer vermissen wir kein bisschen ;-)

Dienstag, 9. Dezember 2014

Der alte Freiherr hat Hufrehe!


Hallo allerseits, an dieser Stelle möchte sich auch mal ein alter Veteran zu Wort melden. Hoffentlich findet ihr das, was ich euch zu erzählen habe, genauso spannend wie die Geschichten von all den Jungspunden…;-)

Erstmal zu mir. Ich bin der alte Freiherr, ein Hannoveraner Wallach edelster Güte und 28 Jahre alt. Jahrelang war ich auf allen kleineren und auch etwas größeren Turnierplätzen der Republik unterwegs und sprang über alles, was mindestens 1,40 m hoch war… bis ich Rentner wurde. Das war schon vor einigen Jahren und ich glaube, das habe ich mir auch redlich verdient. Seitdem kümmere ich mich um die bereits oben erwähnten Jungspunde und bringe ihnen erstmal ein paar Manieren bei. Macht ja sonst keiner. Verhätschelt und vertätschelt werden sie, die kleinen Pferdemädchen und Pferde Jungs. Die Körper schon hochgewachsen und kräftig, im Kopf nur Flausen und mal was einstecken können sie auch nicht mehr. Immer ist sofort jemand da, der den kleinsten Kratzer, den man sich beim Kräftemessen nun einmal holen kann, einschmiert und den Kleinen tröstet. Pfff… so was gab es bei uns damals nicht. Aber gut, so sind die Zeiten heute nun mal. Es macht mir ja auch wirklich einen Heidenspaß mit ihnen zusammen zu sein. Der große Onkel bin ich für sie. Und was habe ich ihnen schon alles beigebracht. Richtig flirten zum Beispiel. Das hatte meine Generation noch viel besser drauf. Heute rennen sie den großen schlanken Pferdemädchen mit dem edlen Stammbaum ja nur so hinterher, und heulen mir dann die Ohren voll, wenn sie einen Korb, naja – eher einen Tritt bekommen...

Aber genug jetzt – erzählen möchte ich von etwas anderem. Kurz nachdem ich in Rente ging und mein Leben auf der Weide verbrachte, fingen die Zipperlein an. Geritten wurde ich nur noch selten, mal ein kleiner Ausflug in den Wald, das war‘s. Aber ich hatte die großen Weiden und Wiesen unter meinen Hufen und ich war der Hausherr, also eigentlich genug Bewegung für einen Rentner. So ganz gut waren meine Knochen sowieso nicht mehr. Aber eines Tages, von jetzt auf gleich, haute es mich total um. Ich hatte wahnsinnige Schmerzen in den Beinen und in meinen Vorderhufen und konnte meine Box am Morgen überhaupt nicht verlassen. Nix ging mehr. Ich legte mich ins Stroh und war wie betäubt von den Schmerzen. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Einige der jungen Hüpfer, die morgens immer als erstes aus dem Stall rennen und mich dann triumphierend angucken wenn ich langsamer bin, kamen zurück um nach mir zu schauen. All das habe ich gar nicht richtig registriert!

Dann ging alles ganz schnell. Der Tierarzt kam und sagte: massive Hufrehe, ob wir den noch durchbringen??? Ich spürte diese vielen Fragezeichen förmlich!! Sofort bekam ich viele Medikamente, Pülverchen und Infusionen. Na, immerhin versuchten sie wenigstens, mich durchzubringen…entschuldigt meinen Galgenhumor – aber wer einmal durch diese Hölle gegangen ist, die Hufrehe heißt, wird mich verstehen. 

Zu meinem Schrecken wurde mir auch mein Hafer komplett gestrichen. Das hatte ich bestimmt dem neuen Futtermeister zu „verdanken“, der macht immer mal so komische neue Sachen, das war mir schon vor einigen Wochen mal aufgefallen. Egal, Appetit hatte ich sowieso nicht, aber mir ging’s hier ums Prinzip. Meinen Hafer habe ich schließlich schon immer bekommen. Zur Strafe ignorierte ich den jungen Mann ein paar Tage. Durch die ganzen Medikamente ging es mir tatsächlich ein wenig besser, die Schmerzen ließen nach aber ich fühlte mich noch immer matt und schwach. So vergingen ein paar Wochen in denen ich durch Hochs und Tiefs ging. Mal war es besser, dass ich sogar auf ein eigens für mich abgetrenntes Stück Weide durfte, dann ging wieder gar nichts und die Schmerzen kamen wieder. Meine Füße fühlten sich auch immer wieder ganz heiß an.

Meine Krippe war abends immer noch leer. Das kam ja noch dazu. Alles um mich herum mampfte genüsslich nur ich starrte ins Leere. Goliath, mein Kumpel rechts neben mir in der Box hatte Mitleid und ließ immer Mal ein paar Haferkörner aus seinem Maul in meine Box krümeln. Lieb gemeint aber was sind schon ein paar einzelne Körnchen?

Aber dann Freunde, ging es plötzlich steil bergauf mit mir. Es fing damit an, dass ich abends wieder etwas in meine Krippe bekam. Ich staunte nicht schlecht, als mir Gregor, der Futtermeister, einen Eimer mit einer ganz exotisch anmutenden Mischung in meine Krippe schüttete. Aber vorher gab es noch etwas anderes für mich. Er hielt mir seine Hand hin und ich vermutete, dass er ein Stück Brot oder einen Apfel für mich hatte. Ich irrte mich, es waren kleine weiße Kügelchen, man sagt auch Globuli dazu (ich bin mittlerweile etwas bewandert in dieser Richtung…;-)), die er mir vor die Nase hielt. Ganz viele! Was soll ich denn damit??? Fragend schaute ich ihn an. Er lachte und steckte sie mir kurzerhand einfach unter meine Lippen. Schlitzohr – aber das machte er schon richtig so. Hätte ich doch nie probiert sowas. Mit 28 Jahren irgendwelche neumodischen Kügelchen fressen – der alte Freiherr doch nicht! Gregor gab mir die Globuli 2 x täglich.

Das Beste aber waren die Sachen in meiner Krippe. Kräuter für Pferde bei Hufrehe und das Nehls Pferdefutter Rehe wie Gregor jedem erzählte, der fragte. Und viele fragten, denn mir ging es von Tag zu Tag besser. Die Schmerzen wurden weniger, das Laufen tat nicht mehr so weh und ich fühlte mich wieder viel besser. Jeden Abend freute ich mich auf meine gefüllte Krippe. Ich schaute mal genauer ins Regal und da standen die Tütchen von Frau Nehls für mich, meinen Namen hatte Gregor extra dick darauf geschrieben. Eine geile Mischung!! Upps, sorry für diese Ausdrucksweise, ist nicht meine Art aber ich bin so glücklich Leute, dass ich jedem von Euch nur wünschen kann, einen Gregor als Futtermeister zu haben. Oder zu Frau Nehls zu gehen. Die würde ich auch mal wirklich gerne persönlich kennenlernen, da würde ich nochmal meinen ganzen Charme ausprobieren….;-)

Gut gelaunte Grüße vom alten stolzen Freiherrn!
Bleibt sauber!

P.S.: Die Medikamente verschwanden irgendwann aus meiner Krippe, die Kräuter bekomme ich jedoch weiter, damit ich auch weiterhin so gut zu Fuß bleibe. Gregor und ich sind jetzt ziemlich beste Freunde und ich bin fast so schnell wie früher… und natürlich immer noch Chef der Weiden!